📐 Planung • Veröffentlicht am 2. Juni 2026

Wärmepumpe richtig dimensionieren: So finden Sie die passende Größe

Eine exakte Auslegung sichert einen effizienten Betrieb. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die benötigte kW-Leistung der Wärmepumpe berechnen.

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Wärmepumpe richtig dimensionieren: So finden Sie die passende Größe

Die korrekte Dimensionierung einer Wärmepumpe ist der entscheidende Faktor für einen stromsparenden Betrieb und eine lange Lebensdauer des Geräts. Ist die Wärmepumpe überdimensioniert (zu groß), schaltet sie sich ständig ein und aus (sogenanntes "Takten"), was zu hohem Verschleiß führt. Ist sie unterdimensioniert (zu klein), muss an kalten Tagen der teure elektrische Heizstab einspringen, was die Stromrechnung in die Höhe treibt.

Die Heizlast des Gebäudes ermitteln

Die wichtigste Kennzahl für die Auslegung ist die Heizlast des Hauses (angegeben in Kilowatt - kW). Sie beschreibt die Wärmemenge, die das Gebäude an den kältesten Tagen des Jahres verliert und die Heizung nachliefern muss.

Methode 1: Abschätzung nach dem bisherigen Gas-/Ölverbrauch

Haben Sie verlässliche Verbrauchsdaten aus den Vorjahren, können Sie die Heizlast überschlägig berechnen:

  • Gasverbrauch in kWh / 2.500: Bei 20.000 kWh jährlichem Gasbedarf ergibt sich: 20.000 / 2.500 = 8 kW Heizlast.
  • Ölverbrauch in Liter / 250: Bei 2.000 Liter Heizölbedarf ergibt sich: 2.000 / 250 = 8 kW Heizlast.

Methode 2: Berechnung nach der Wohnfläche und Baujahr

Liegen keine Verbrauchswerte vor, hilft eine Orientierung am Baujahr des Gebäudes (spezifischer Wärmebedarf pro Quadratmeter):

  • Neubau (KfW 55 / Passivhaus): 10 – 30 Watt pro m². Bei 150 m² ca. 1,5 bis 4,5 kW.
  • Bestand (saniert, Baujahr ab 1995): 50 – 70 Watt pro m². Bei 150 m² ca. 7,5 bis 10,5 kW.
  • Altbau (unsaniert, vor 1980): 100 – 120 Watt pro m². Bei 150 m² ca. 15 bis 18 kW.

Bivalenzpunkt und Heizstab-Einsatz

Die Wärmepumpe wird so ausgelegt, dass sie bis zu einer bestimmten Außentemperatur (meist -5°C bis -7°C, dem sogenannten Bivalenzpunkt) die Heizlast des Hauses zu 100% allein deckt. Sinkt die Temperatur noch weiter ab, schaltet sich der integrierte elektrische Heizstab als Unterstützung hinzu. Da diese extrem kalten Tage in Deutschland selten sind (oft nur wenige Stunden pro Jahr), macht der Heizstab-Stromanteil an den Gesamtheizkosten meist weniger als 2 bis 3% aus — eine komplette Auslegung der Wärmepumpe auf -15°C ohne Heizstab wäre unwirtschaftlich groß.

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