Die Kombination aus einer eigenen Photovoltaikanlage (PV) und einer elektrischen Wärmepumpe gilt in der Energieberatung als die perfekte Synergie. Die Wärmepumpe benötigt Strom als Antriebsenergie, und die PV-Anlage liefert diesen Strom nahezu kostenlos direkt vom eigenen Dach. So senken Sie nicht nur Ihre Heizkosten, sondern machen sich auch unabhängig von den Strompreisen der Netzbetreiber.
Das Winter-Dilemma: Scheinwerfer vs. Heizung
Kritiker wenden ein, dass eine Solaranlage im kalten Winter, wenn die Wärmepumpe den meisten Strom benötigt, kaum Ertrag liefert. Das stimmt teilweise: In den Monaten November bis Februar deckt die PV-Anlage meist nur einen kleinen Teil des Wärmepumpenstroms ab. Doch betrachtet man das gesamte Jahr, ergibt sich ein äußerst positives Bild:
- Frühjahr und Herbst (Übergangszeit): Die Sonne scheint bereits kräftig, und es muss noch geheizt werden. Hier kann die PV-Anlage oft 50 % bis 80 % des Wärmepumpenstroms direkt decken.
- Sommer (Warmwasser & Kühlung): Die Warmwasserbereitung der Wärmepumpe und die optionale Kühlung des Hauses werden zu fast 100 % aus Solarstrom gespeist.
- Jahresbilanz: Über das gesamte Jahr hinweg kann eine typische 10 kWp PV-Anlage ca. 30 % bis 45 % des Strombedarfs der Wärmepumpe decken.
Intelligente Steuerung über SG Ready
Um den Eigenverbrauch zu maximieren, sollten beide Systeme miteinander kommunizieren. Moderne Wärmepumpen verfügen über die sogenannte "SG Ready"-Schnittstelle (Smart Grid Ready). Erkennt der Wechselrichter der PV-Anlage einen Stromüberschuss auf dem Dach, sendet er ein Signal an die Wärmepumpe. Diese springt gezielt an und überhitzt den Warmwasserspeicher oder die Fußbodenheizung (als thermischen Puffer) um wenige Grad. So wird der Solarstrom als Wärme gespeichert und muss abends nicht teuer aus dem Netz bezogen werden.